...schließlich ging also der Pangaritt den Rio San Juan hinab los - bei den Booten läuft es genauso wie mit den Bussen - auch der letzte versteckte Winkel wird noch genutzt. Übrigens könnt Ihr Euer Gepäck getrost den Jungs an Bord anvertrauen, die packen das dann auf's Dach und es lässt sich so allerweil besser sitzen (bei den Platzverhältnissen) als mit Rucksack zwischen/unter den Beinen!
Man sitzt ganz knapp über der Wasseroberfläche und das Panga hat wirklich gut "speed" d'rauf (bei voller Fahrt bitte nicht die Hand ins Wasser halten - sonst ist der Hintermann frisch geduscht!!!
Da liegst du nun in der hamaca, schaukelst "über" dem Rio San Juan, einen leckeren Drink in der Hand und betrachtest das rege Treiben (junge Mädchen im Einbaumkanu, Männer mit Hausschwein in größerem Paddelboot, Familie auf dem Weg zum Einkauf im kleinen Panga, etc.) auf dem ruhig dahinfließenden großen Fluss, das macht Spaß!
Am nächsten Tag liehen wir uns bei einem Einheimischen für ein paar Cordobas ein Einbaumkanu aus um auf eigene Faust den Rio Sabalos hinauf zu paddeln. Wir zwei "Greenhorns" haben davor weder Kajak noch sonst etwas in dieser Art bewegt und so kann sich der geneigte Leser jetzt in allen Farben ausmalen wie unser erster Ausflug im Einbaum aussah! Der Zick-zack-Kurs den wir hinlegten, mangels Kenntnisse wie man dieses Teil steuert, bis hin zum "Geichgewichtsrudern" der Arme (so ein Einbaumkanu ist verdammt schmal und droht schnell zu kentern...), hat bei den Einheimischen am Ufer bestimmt für beste Unterhaltung gesorgt! Mit der Zeit bekamen wir dann das Ganze in den Griff und so glitten wir ruhig flussaufwärts, vorbei an Galeriewäldern, machten Fotos und freuten uns wie kleine Kinder, bis plötzlich ein Regenschauer niederprasselte! Wir also ab ans Ufer gepaddelt, unter einen überhängenden Baum, um uns Regenjacken anzuziehen - im wackligen "Canoe"! Sehr schnell begriff ich auch, weshalb eine halbierte große Plastik-Wasserflasche an Bord war - zum Wasser schöpfen! Es regnete dermaßen stark, dass ich richtig beschäftigt war mit Wasser schöpfen - unglaublich! Nach ca. 10 Min. war es vorbei und die Sonne schien wieder. So paddelten wir, friedlich vor uns hindampfend (die Sonne trocknet einen hier recht schnell), den Fluss hinauf und wieder zurück, unter Begleitung zahlreicher Vögel und Schmetterlinge. Der Jorge grinste natürlich breit als wir ihm sein canoe zurück brachten, aber er hatte dann schnell erkannt, dass wir an Regenjacken gedacht hatten und beim Anlegen gingen wir mittlerweile auch schon richtig cool zur Sache...
Am nächsten Morgen ging es mit dem hauseigenen Panga, einem offiziellen Guia und uns zu einer Tour in das "Reserva Indio Maiz". Bereits auf der Flussfahrt dorthin (ca. 1 Std. flussabwärts) hielten wir immer wieder am Flussufer an um Kaimane (Prachtexemplare!) und andere Tiere zu beobachten. Während unser Panga über die Stromschnellen bei "El Castillo" gefahren wurde, gingen wir im Ort am Ufer entlang spazieren um noch etwas Proviant einzukaufen. Weiter mit dem Panga, nach der Kontrollstelle der "Marena" ging es noch ein Stück flussabwärts, bis wir an unserem Bestimmungsort ankamen. Dort zogen wir die mitgebrachten Gummistiefel an und los gings! Sehr bald war uns klar, weshalb Gummistiefel, denn teilweise sank man bis weit über die Knöchel im schlammigen Dschungelboden ein! Diese Dschungelwanderung war einfach klasse, - da - ein plattgetretener Farn, geknickte Äste - die Spur lässt nur ein Ergebnis zu : ein Tapier! Und tatsächlich, bei näherem Hinsehen: frische Tapirspuren! Weiter gings Richtung Bachlauf hinunter, immer wieder Tierspuren von Hirschen , immer noch der Tapir und anderen, und plötzlich hielt Moisès inne und strahlte, "...schaut nur, die Spur eines Jaguars"!
Nach einer ca. 2,5-stündigen Wanderung (mit Pause) auf und ab im Indio Maìz, fuhren wir im Panga zurück nach "El Castillo" um die Reste des einstmaligen spanischen Fortaleza zu besichtigen. Ganz toll die Führung der herzlichen, liebenswerten Wilma! Mit ihr erörterten wir auch inwieweit es gut für Nicaragua war, dass der "Kanal" in Panama und nicht wie ursprünglich vorgesehen in Nicaragua gebaut wurde.
Pünktlich zum Sonnenuntergang kamen wir dann im Hotel wieder an, tranken noch ein Bierchen mit Mirjam und Arien, ein holländisches Pärchen, das dort eine Dschungellodge bauen will, und fielen irgendwann glücklich und zufrieden ins bequeme Hotelbett!
Bei einer unserer Folgereisen, werden wir sicherlich wieder hierher zurückkehren, Sabalos ist nichts für Partypeople, es ist dort sehr ruhig und einsam, wer mehr action will muss nach "El Castillo", dort sind auch die meisten Touristen anzutreffen. Doch uns hat gerade die Ruhe und Schönheit dieses Fleckchens Erde so gefallen...
Lest bitte im Nächsten Bericht, wie wir nach unserer Rückfahrt anschließend von San Carlos mit dem Bus(!!!) nach Juigalpa gefahren sind!


