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Pochomil - Reisebericht (VI)
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Beitrag Pochomil - Reisebericht (VI) 
servus mitanand,

...die Busfahrt war - bis auf die wiederum schöne Landschaft - unspektakulär. Fast die gesamte Fahrt über hatte ich ein kleines Mädchen namens Lolija auf dem Schoss, das Anfangs immer zur Mami guckte, aber mit der Zeit immer aufgeweckter wurde, am Ende schenkte sie mir noch einen "chicle" und hat sich dann sehr lieb von uns verabschiedet. Wir haben grundsätzlich versucht ebenfalls zu helfen, wenn es was zu helfen gab, das "Leben" mit den Nicas zu teilen sofern das überhaupt ging und haben keine Berührungsängste gehabt. Das wiederum hat dazu geführt, dass wir ständig mit diesen herzlichen und hilfsbereiten Menschen ins Gespräch kamen und so das was Nicaragua ausmacht ganz nah kennen gelernt haben: Das Herz dieses Landes sind seine Menschen! Very Happy
In Pochomil stiegen wir am "Centro Turistico" aus, yippiiieee endlich pacifico (wir lieben die Pazifikküste in Mittelamerika) und gingen erst einmal in ein nahes Restaurant (das "Centro Turistico" ist im Prinzip ein einziges Restaurant, eins am anderen...) um uns nach der langen Fahrt mit Fisch und Bierchen zu stärken. Dort kamen wir mit der Bedienung ins Gespräch, die uns die cabanas ihres Onkels nahe legte. Nun muss man wissen, dass Pochomil der Hausstrand der Managuaner (ist das richtig?) ist, die Hügel am Strand mit Villen der oberen Tausend bebaut sind und es nur wenige Hotels gibt, die wiederum allesamt teuer sind oder gar eine "all-inclusive-Burg" der Amis. Eine hospedaje gibt es noch im Ort, aber die ist sehr weit vom Strand weg!
Die cabanas von María und José lagen am Ende des Strandes, recht neu noch (ca. 1,5 Jahre alt) und hatten mehrere Vorteile.
Erstens: ein sauberes Zimmer mit 1 großen und 1 kleinen Bett und eigenem Bad für 15US$ (das ist hier billig!). Smile
Zweitens: man tritt aus dem Zimmer heraus und befindet sich direkt im Restaurant-Rancho Very Happy
Drittens: das alles liegt direkt am Strand (!!!), dort ist noch ein kleines Rancho hingebaut - das wir die nächsten 5 Tage in Beschlag nahmen (ihr wißt schon...Lesen, Zeichnen, Dösen, Essen, etc.)
Viertens: Abseits vom Hauptstrand, aber mit persönlicher "Wache". Cool
Dass wir weg vom Hauptstrand waren, haben wir am darauf folgenden Wochenende sehr zu schätzen gewusst, denn obwohl der Ort dann von allen möglichen Leuten aus Managua regelrecht "überfallen" wird, tummeln sie sich doch alle mehr oder weniger am Hauptstrand, ca. 200m weiter vorne am "Centro Turistico". Das Restaurant von María war zwar ebenfalls gut frequentiert, aber nicht von "Party-Sauf-People". Es scheint sich herum gesprochen zu haben, dass María hervorragend kocht! Very Happy
So haben wir die 5Tage dort mit herrlich viel Ruhe verbracht, baden, Spazieren gehen und faulenzen - und natürlich waren wieder jede Menge Kinder da, wenn ich gezeichnet und gemalt habe. Es war einfach klasse und der Strand ist noch dazu einer der schönsten Nicaraguas. An den Wochentagen waren wir die einzigen Gäste dort (bis auf die all-inclusive-Burg, die Gäste dort nahmen lediglich ab- und zu "Ausgang" um die gefährliche Welt dort draussen vorsichtig zu erkunden, hihi), fast alle anderen Restaurants hatten bis zum nächsten Wochenende wieder geschlossen! Cool
Einen Tag spazierten wir in das Dörfchen und sahen unter anderem einer Familie zu, die aus z.T. kleinsten Muscheln Gürteltiere und andere Tiere in allen erdenklichen Größen herstellten - die wiederum von den Kindern an den Wochenenden den Besuchern feilgeboten werden. Außerdem haben wir einem Schreiner über die Schulter geguckt der Bettenroste geflochten hat, wie die Lehnen eines Schaukelstuhls (solche hat er auch hergestellt). Und nicht zu vergessen, haben wir noch einer Familie beim Tortilla herstellen zugeschaut, die Oma hat die Kolben von den Körnern befreit, die anschließend getrocknet werden (die Körner natürlich), dann gemahlen (die Tochter), schließlich mit Wasser vermischt zu einem Teig geknetet (die andere Tochter) und über dem Feuer gebacken werden (die Cousine). Dann gehen die Tortillas in den Verkauf!
Nach, wie gesagt 5 sehr erholsamen Tagen, die wir von María und José's Familie rührend umsorgt wurden, spürten wir verstärkten Bewegungsdrang um Neues zu erkunden und machten uns auf nach Matagalpa. Dort wollten wir zu dem Gebirgsmassiv der "Penas Blancas" (nein, das ist nicht die Grenze zu Costa Rica, die genauso heißt) in der Nähe vom "Bosawas" Reservat, um dort zu wandern.
Erneut führte uns der Weg über Managua, erneut mussten wir den Busbahnhof auf der anderen Seite der Stadt zur Weiterfahrt aufsuchen (die Taxifahrer konnten uns mittlerweile kein "X" für ein "U" mehr vormachen, auch was die Preise anbelangt), erneut bestiegen wir voller Vorfreude einen Chickenbus, diesmal mit dirección Matagalpa! Cool
Bis bald, hasta luego, arambigua

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