...die Busfahrt ging zuerst am Lago de Managua entlang, bevor sich die Strasse dann Stück für Stück die Berge hinaufschlängelte. Erneut schöne Bergpanoramen entlang der Strecke. In Matagalpa angekommen, machten wir uns vom Busbahnhof auf den Weg zum Parque Darío, da in diesem recht zentralen Stadtteil doch einige Unterkünfte in nächster Nähe waren. Während meine Frau beim Gepäck blieb, checkte ich die Unterkünfte und entschied mich für das Hotel "Apante" (10,50US$ f. DZ, incl. eigenem Bad mit heissem Wasser, Kaffee frei soviel man will, Hinterhof (ruhig), 1.Stock, hell!), das so hoch gelobte "Alvarado" war jetzt nicht gerade merklich besser, aber um 8US$ teurer!
Schon beim ersten Spaziergang merkten wir, dass diese Stadt sehr angenehm ist, sie gefiel uns auf Anhieb! Etwas quirliger, guter Mix aus "alt" und "jung", gut entwickelt und mit Charakter - ein sehr angenehmes Städtchen! Abends besuchten wir den Mexikaner ("Pique's"), der wirklich hervorragendes Essen zu bieten hat, und ich zum ersten Mal außerhalb Mexikos authentische mexikanische Küche vorfand!
Den nächsten Tag verbrachten wir damit, zuerst eine Tour in die "Penas Blancas" über "Matagalpa-Tours" zu buchen, anschließend spazierten wir an den Rand Matagalpas, die Berge hoch, Richtung "Cerro Apante". Je höher man kam, um so schöner die Sicht über Matagalpa, begleitet von herrlich frischer Luft! Immer wieder hielten wir an, um uns mit Kindern zu unterhalten, die sehr neugierig fragten wo wir denn herkommen, zu dem palabra gesellten sich dann oft auch die Erwachsenen - und so war es ein unterhaltsamer und schöner Tag. Wir gingen den Weg nicht ganz hoch zum "Cerro Apante", sondern wanderten am Rand der Stadt in luftiger Höhe entlang, dabei ist sehr schön zu sehen, wie Matagalpa in einer Art Bergschüssel liegt, mittendrin, wie kann's anders sein, die schneeweiße Kathedrale. Am Abend fragten wir unsere Herbergsmutter ob wir unser Gepäck bei ihr deponieren könnten, da wir für unseren 3-tägigen Ausflug in die "Maciza de Penas Blancas" nur einen Teil des Gepäcks bräuchten, natürlich war das möglich!
Nachdem wir uns im "Artesano" mit einem leckeren Frühstück (sehr zu empfehlen) gestärkt hatten, ging es zusammen mit Alvaro (von Matagalpa Tours) zum Busbahnhof "Guanuca", am gleichnamigen Markt im Norden der Stadt gelegen. Das brachte die Gelegenheit tolle Fotos von der Marktszenerie zu schiessen, während wir auf den Bus warteten. Unser Bus war einer der Sorte ...so-lange-er-fährt-isser-ok..., schön war, dass man die Strasse nicht nur durch die Fenster, sondern auch durch den Fußboden sehen konnte.
Es kündigte sich während der Fahrt über dürftige Teerstrassen (mit vielen Schlaglöchern) bereits an, dass dem Bus etwas "fehlte" - die Geräusche waren unüberhörbar und einmal musste er schon mal kurz halten! In "La Dalia" war die Fahrt dann erst einmal zu Ende, als der Busfahrer mit der Machete ausstieg, dachte ich, der "zerlegt" jetzt seinen Bus vor Wut!
Weshalb sie erst mit reparierter Kardanwelle weiter fuhren, ist uns spätestens nach La Dalia klar geworden - Schotterpiste teils übelster Art, da braucht man ein "intaktes" Fahrzeug! Nach mehreren Stunden (insg. 3,5Std.) kamen wir am Nationalpark "Penas Blancas" an - da steigst Du mitten in den Bergen aus, im Nichts, und stehst vor einem Massiv, das etwas an die "Fränkische Schweiz" erinnert, jedoch tropisch bewachsen mit entsprechendem Klima. Jetzt hellten sich unsere Mienen auf, was ein schöner Platz! Bis zu unserer Unterkunft mussten wir noch ca eine halbe Std. gehen, dort erwartete uns schon Dona María mit dem verspäteten Mittagessen. Anschließend bezogen wir unsere spartanische Unterkunft ein paar Minuten des Wegs weiter, es waren mit Wellblech gedeckte Bretterverschläge (in vier Räume unterteilt mit jeweils 3 Stockbetten), die innen fingerbreite Spalten zwischen den Brettern hatten, von "Privatsphäre" keine Spur! Die Frage nach "welches Zimmer wollt ihr denn", war meiner Meinung nach auch eher eine rhetorische, denn eine offene...Nun gut, wir sind ja auch zum Wandern und nicht für "private Zimmerspielchen" hierhergekommen, jedenfalls kann man sich so eher vorstellen, wie das Leben der Einheimischen ist, die ja ständig auf engstem Raum zusammen leben, dass es da dann sogn. Liebeshotels gibt, wo sich die jungen Paare (ungestört und stundenweise) vergnügen können, ist nur allzu verständlich!
Die sanitären Anlagen bestanden aus mehreren Plumpsklos, sowie Duschen, die von (sehr) frischem Bergwasser gespeist wurden - die morgendliche Dusche war uns zu kalt, nur um zu erläutern, wie frisch! Nicht umsonst ist das Gebiet hier am Rande des Bosawas-Reservats zum Naturschutzgebiet erklärt worden, weil es nämlich eine bedeutende Rolle in der Trinkwasserversorgung eines noch größeren Gebiets als diesem (ca. 120qkm) hier, spielt. Nachdem wir ausgepackt und uns 10 Min. ausgeruht hatten, machten wir uns auf den Weg mit Don Chico, dem Finca-Besitzer, seine finca zu besichtigen. Er erklärte und zeigte uns (auch mit welchen Mitteln!) die komplette Kaffeeherstellung (sehr interessant), was er noch so alles auf der finca anbaute, und zum Schluss wollte er uns noch Tukane "beim Abendessen" zeigen, die waren heute jedoch an einem anderen Platz und so mussten wir uns mit einem spektakulären Sonnenuntergang in den tropischen Bergen der Penas Blancas zufrieden geben!
Nach dem Abendessen fielen wir todmüde in unsere Betten, schließlich wollten wir am nächsten Tag das Bergmassiv besteigen, uns auf eine 6-7 stündige Exkursion begeben! Hinaufsteigen, am Grat entlang wandern und jenseits des Wasserfalls wieder absteigen und im Tal zurück!
Nach einer langen (sind ja schon um 20Uhr ins Bett) und sehr geruhsamen Nacht in herrlich frischer Luft (ihr wisst schon ...die Bretterhütte mit den Spalten...), packten wir den Rucksack für unsere "kleine" Wanderung, frühstückten bei Dona María, füllten unsere Wasserflaschen bei ihr auf (frisches Bergwasser) und machten uns voller Freude zusammen mit Alvaro und dem örtlichen guía "Auren" (Sohn von Don Chico) auf, das Maciza de Penas Blancas zu besteigen....
saludos, hasta luego, arambigua


