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Maciza de Penas Blancas - Reisebericht (VIII)
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Beitrag Maciza de Penas Blancas - Reisebericht (VIII) 
Buenos dias,

...der erste Teil unseres Aufstiegs führte uns hinter Don Chicos hacienda zuerst durch ein Yams-Feld (die Wurzeln werden gekocht gegessen, ähnlich der Kartoffel, aber bei weitem nicht so geschmackvoll), dadurch waren unsere Hosen schon vor dem eigentlichen Aufstieg nass, denn die Yams-Pflanze hat riesige Blätter, in welchen sich das Wasser sammelt....Am Fuß des Bergmassivs angekommen, ging es sehr schnell in einen schmalen Trampelpfad durch den Dschungel über, noch dazu sehr steil. Wir hatten am Morgen beschlossen, den einfacheren Aufstieg für den Anfang zu nehmen (!) und die schwerere Route zum Abstieg! Darüber nachzudenken hatten wir jetzt allerdings weder Zeit noch Geist, denn es ging steil bergauf, sehr rutschig und schmierig, und so mussten wir uns öfter an kleinen Bäumchen und Wurzeln festhalten, um weiter zu kommen. Das birgt auch Gefahren, denn etliche Pflanzen haben nicht unerhebliche Stacheln, es könnten auch gewisse Tierchen d'ran hängen, jedenfalls muss man zusätzlich sehr wachsam sein. Ein ums andere Mal mussten wir "alle Viere" einsetzen um weiter zu kommen, außer Auren (Don Cico's Sohn - unser guía), der mit seiner unglaublichen, jugendlichen Leichtigkeit geradezu katzenhaft nach oben kletterte. Während unserer dringend benötigten Verschnaufpausen erklärte er uns wieder Flora und Fauna. Unter anderem erzählte er uns , dass die Landwirtschaftskommune rund um Penas Blancas gerade dabei ist, die "Sünden" der Vergangenheit wieder zu beseitigen, indem sie gezielt die Bäume wieder aufforsten, die bevorzugt geschlagen wurden und jetzt in Form großer und alter Exemplare fast gar nicht mehr anzutreffen sind. Viele sind seit nunmehr 6 Jahren wieder kräftig am wachsen - und wenn der ursprüngliche Primärwald zwar nachhaltig geschädigt wurde - eine Zukunft für den nachwachsenden Sekundärwald gibt es wieder. Sie scheinen es verstanden zu haben, dass der Wald ein Teil ihrer Zukunft ist! Wink
Nun gut unser beschwerlicher Aufstieg ging weiter, teils an senkrecht abfallenden Felsen entlang, unter uns ging es oft nicht weniger steil hinab, alles jedoch dicht bewachsen - unglaublich wie die Pflanzen auch noch den kleinsten Platz und das geringste Licht für sich nutzen! Teilweise musste ich mit Blitzlicht fotografieren, so gering war der Lichteinfall! Jedenfalls ein wunderschönes Erlebnis - und immer wieder die Blicke ins Tal, wenn sich mal ein kleines Fenster im Urwald fand... Very Happy .
Nach 1 und 3/4 Stunden hatten wir endlich den Bergkamm erreicht, schön durchgeschwitzt und echt geschafft! Eine kurze Rast gegönnt, etwas fotografiert, getrunken und über den heftigen Aufstieg diskutiert (für Leute mit Höhenangst oder mangelnder Kondition nicht zu empfehlen!), dann ging es schon weiter, den Bergkamm entlang - das war jetzt richtig entspanntes "Spazieren gehen" Laughing , immer wieder gab es neue Pflanzen , schöne Blüten zu bestaunen und riesige Bäume zu bewundern (sie haben in der Vergangenheit ja nicht alles geschlagen, der Wald ist nach wie vor relativ unversehrt). An diesem Tag waren uns größere Vogelbeobachtungen jedoch nicht gegönnt, denn einige km weiter führten sie gerade kontrollierte Minensprengungen durch, sodass sich die Vögel zurückgezogen hatten. Jedoch trugen zur Seelenpflege eine große Anzahl Schmetterlinge bei, die federleicht in den Sonnenstrahlen, die sich durchs dichte Blätterdach brachen, umherflatterten. Nach weiteren zwanzig Minuten kamen wir an einem mirador an - ein Felsvorsprung, nur licht bewachsen, mit genialen Panoramen! Von hier oben sah unsere Unterkunft im Tal wie ein Spielzeughäuschen aus, wir konnten im Westen über den Lago Apanas hinaus sehen - irre! Very Happy Da die Penas Blancas eine der höchsten Erhebungen Nicaraguas sind (wir befanden uns jetzt auf ca. 1700m Höhe) kann man bei gutem Wetter, wie wir es heute hatten, enorm weit über das Land sehen. Es war auch gut zu sehen, dass dieser gebirgige Teil des Landes sehr dünn besiedelt ist. Die Aussicht kann man jedenfalls nicht beschreiben, das muss man gesehen haben (!) - einzig die Fotos geben etwas von dem wieder wie wir es gesehen haben! Anschließend führte uns der weitere Weg (weitere 20Min.) bis an den Bruch eines Wasserfalls - hier stürzte er sich 60 m in die Tiefe - wie sich in dieser Höhe eine derart große Masse Wasser sammeln kann, ist einem auf den ersten Blick natürlich nicht verständlich. Wenn man jedoch die morgendlichen dicken Nebelschwaden über dem Urwald sieht, die die Sonne mit ihrer Hitze auflöst, dann wird einiges um so verständlicher...dazu dann immer wieder kleinere Niederschläge...
Wir kletterten hier noch etwas herum und hinauf - denn weiter oben stürzte sich der Wasserfall das erste Mal schon eine kleine Felsstufe herab. Da sah ich direkt an der Kante, an der das Wasser nach unten absackte, einen Kolibri, wie er sich fliegend an den Bruch des Wasserfalls heranmachte, den Schnabel öffnete und sich das Wasser in selbigen spritzen ließ! Cool Leider war ich damit beschäftigt mich selbst fest zu krallen, und so konnte ich dieses außergewöhnliche Bild nicht mit der Kamera festhalten! Zwischen diesem ersten Bruch und dem großen 60m hohen Wasserfall überquerten wir den kleinen Fluss und ließen uns am gegenüberliegenden Uferstreifen für ein stärkendes Picknick nieder. Bei Tortillas, scharfem Thunfisch (Dose), Reis&Bohnen, sowie Käse, stärkten wir uns für den bevorstehenden Abstieg und füllten unsere Wasserflaschen erneut auf. Was in vielen Reiseführern steht (wie z.B. in deutschsprachigen Costa Rica Führern), dass man als Europäer die klaren Wasser in den Dschungeln nicht trinken soll, da wir durch die ungewohnten Mineralieninhalte davon Durchfall bekämen, hat sich in keinster Weise bestätigt - uns ging es immer gut mit diesem herrlich frischen Wasser! Aus einem (fast) stehenden Dschungelgewässer würde ich jedoch auch nicht trinken!!! Da sollte man dann schon die Wasseraufbereitungstabletten einsetzen! Wink Nach einem Selbstauslöserfoto von unserer Gruppe, machten wir uns an den bevorstehenden Abstieg, und hier ließ sogar Alvaro, der beim Aufstieg noch fleißig filmte, seine Videokamera stecken, denn das war noch eine Runde heftiger als der Aufstieg! Die einzelnen "Stufen", bzw. Absätze, dieses Trampelpfads waren teilweise 1 m hoch, wie üblich zum Großteil glitschig und immer schön an Steilhängen entlang. Teilweise rieselte an steil aufragenden, mit Moos bewachsenen Felswänden neben uns das Wasser dünn herunter! Schließlich schafften wir auch diesen Trail und in leichten hügeligen Abschnitten ging es zurück zu unserer Unterkunft. Am Fuß des Bergmassivs haben wir noch ein paar leckere, wilde Mandarinen und Orangen gepflückt - die Kommune hat hier nämlich wilde Obstpflanzungen "angelegt", damit die Tiere zusätzlich Nahrung finden und hier in dieser Gegend bleiben (neeiiin, soviel haben wir ihnen nicht weggegessen...).
Auf den letzten Metern haben wir dann diskutiert, wo wir unser wohlverdientes Bierchen nach diesem anstrengenden sendero herbekommen, und wer mit dem Mountain-bike oder dem caballo zur pulperia geht um eines zu besorgen, als uns der Presidente dieser Comunidad begegnete und nach einem lockeren Schwätzchen uns in seinen Jeep verfrachtete, zu sich nach Hause einlud, seinen Sohn Bier holen schickte und uns so einen lockeren Ausgang dieses Tags bescherte. Der Höhepunkt war dann gekommen, als Don Donaldo nach ein paar Schluck cerveza die Gitarre auspackte und uns ein halbstündiges Konzert gab, mit Liedern voller Kraft und Wehmut über die Revolution und schmachtenden Liebesliedern! Cool Very Happy Alvaro filmte fleißig das gesamte Konzert und als wir fast eine Stunde zu spät zu Dona María zum Abendessen kamen, war sie uns nicht böse, und erst recht nicht mehr nachdem ihr Alvaro Teile des Videos von Don Donaldo zeigte! Wink
Am nächsten Tag stand ein Spaziergang zum Wasserfall auf dem Programm - diesmal von unten! Spaziergang allein schon deshalb, da die 2 Stunden Weg zum Wasserfall gegenüber der Wanderung vom Vortag (6-7Stunden) keine andere Bezeichnung zulassen. Ein wiederum von der Gemeinde gepflegter Weg führte durch lichten Wald leicht bergauf, erneut viele schöne Blüten und Pflanzen. Nach ca. einer Std. kamen wir an einem Felsvorsprung an, von dem ein Geflecht aus Moosen und Flechten hing und so ein natürliches Zelt bildete. Auren erzählte uns, dass während des Bürgerkriegs die Revolutionäre hier ein Lager hatten, da sie hier vor Regen geschützt waren und vor den Häschern Somozas. Beim genaueren Inspizieren des geschützten Platzes rief uns Auren aufgeregt zu sich: da! ...frische Jaguarspuren von heute morgen! Erneut befanden wir uns auf den Spuren des Jaguars! Cool Was uns von unserem "Stubentiger" bestens bekannt ist - auch Jaguare lieben es trocken, der Platz unter dem natürlichen Zelt beweist es! Im Verlauf des Weges kamen wir noch an tollen Kaskaden vorbei, die sich das Wasser in den bergigen Boden gegraben hatte, wir gingen aufrecht (!!!) durch die Wurzeln eines Matapalo (Würgefeige) hindurch, beobachteten einen Oropendula, schauten nach den geschwätzigen Chocoyos und fotografierten einen espejos (Glasflügelschmetterling) bei seinem Mittagsmahl! Am Wasserfall blieben wir nicht all zu lange, denn auch am Fuß der Berge war es durch das spritzende Wasser recht frisch und vor allem nass! Rolling Eyes
Zurück in der Unterkunft gönnten wir uns erneut eine megakalte Bergwasserdusche (die ist wirklich nur nach einer Wanderung zu ertragen) und packten dann für die Rückfahrt nach Matagalpa. Der Abschied von allen war sehr herzlich und - es sind keine leeren Worte - wir kommen bestimmt wieder! Very Happy
bis bald, Fortsetzung folgt...
saludos, arambigua

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