...weiter geht's. Übrigens, danke für Dein Lob Luis!
Der Bus nach Rama ging direkt vor "unserer" Haustür, so warteten wir vor der Tür, hielten ihn an und waren somit die Ersten im Bus, denn ein paar hundert Meter weiter, am Markt, startete er erst offiziell! Das wiederum sehr nette Buspersonal verstaute unser Gepäck, erkundigte sich ob wir von Rama aus gleich nach Bluefields weiter wollten und beluden den Bus bis zur offiziellen Abfahrt mit dem restlichen Transportgut - denn hier sind die Busse nicht nur zum Transport von Menschen, sondern auch von Gütern da. Du bezahlst je nach Ladung und wo's hin soll, und die Jungs laden das korrekt dort ab wo's hinbeordert wurde (Säcke mit Viehfutter genauso,wie komplette Bettgestelle mit Matratzen!).
Die anschließende Fahrt über die Berge war super, tolle Panoramas über das weite Land, und das in einem relativ neuen und modernen Bus! Unterwegs konnten wir das junge Busteam beim Entladen von Futtersäcken beobachten, enorm wie schnell und gut sie die Säcke vom Busdach an das Tor der Hacienda brachten (...die wären mal was für 'ne Wette bei "Wetten dass..."
Wir also mit dem letzten Panga nach "Kukra Hill" - was für eine Fahrt! Der Typ hatte wohl irrsinnig Spaß daran, richtig flott durch die Mangrovenwälder zu heizen - ein "Walter Röhrl" der Wasserstrassen! Manchmal dachte ich der fährt direkt in den Wald, doch dann die scharfe Kurve, Wasser spritzt hoch, das Boot bäumt sich auf und ab durch die Mitte...
Nun gut, in Laguna de Perlas checkten wir dann im "Green Lodge Guesthouse" ein. Eine kleine, familiär geführte Pension, die im Erdgeschoss von Wesley und seiner Frau selbst bewohnt wird. Wesley hat einen sehr guten Stand in diesen Communities an der Laguna, und so erfährt man von Wesley zudem auch viel über die Geschichte und die Communities dort.
Am nächsten Tag machten wir uns auf, die Nachbar-Community zu besuchen, die ebenfalls direkt an der Lagune liegt. Ein kleiner Fußmarsch durch ein Feuchtgebiet (jedoch trockenen Fusses, denn die Einheimischen hatten vor ein paar Jahren mit Hilfe von Holländern einen Weg gebaut), in dem wunderschöne Wasserlilien und vieles andere blühte. Wir kamen an einer etwas grösseren freien Wasserstelle vorbei, wo die Frauen die Wäsche wuschen und die Kinder unter großem Geschrei mit einem Luftballon Wasserball spielten. In einem dieser Indigenia-Dörfer angekommen, saßen wir nicht lang allein am Ufer der Laguna, denn ruckzuck waren wir von einer Horde Kinder umgeben. Neugierig schauten sie mir beim Zeichnen zu und wollten alle von meiner Frau fotografiert werden! Schließlich begaben wir uns mit einem der Miskitos zu seinem Haus und teilten dort unsere mitgebrachte Melone mit seiner Familie. Das Problem dort ist die enorme Armut - und außer ein paar wenigen Fischern, gibt es auch nichts zu tun! So liegen die Einheimischen die meiste Zeit in ihren Hängematten, schauen stunden-, ja tagelang Fernsehen (!!!), natürlich den amerikanischen way-of-life-Quatsch (wie fast überall auf der Welt) und nix passiert. Was wir beide nicht verstehen konnten, wenn doch schon Hilfsorganisationen vor Ort sind - was tun die für die Erwachsenen? Den Kindern helfen sie in der Schule, sie helfen einen Weg zu bauen, dass man nicht mit dem Boot fahren muss, helfen ihnen Hütten auf Stelzen und aus Holz zu bauen, und dann...? Wenn schon nicht genügend Essen vorhanden ist, weshalb bringt man diesen Menschen nicht bei, verschiedene Früchte (Feld- und Baum) und Gemüsesorten anzubauen - auch wenn sie nicht davon begeistert sind (wie wir leider oft erlebten, aber das hängt mit Gewohnheiten und Erziehung zusammmen). Schließlich wäre weniger Mangelernährung vorhanden, von Vitaminen ganz zu schweigen! Jedenfalls freuten sie sich riesig über die Melone, worauf wir ihnen später auch noch unsere gesamten Orangen zum Abschied schenkten. Wir unterhielten uns mit Wilson über Gott und die Welt (eine neue Kirche bauen sie ja gerade...), und so bekamen wir einen kleinen Einblick in die Welt dieser Indigenias. Was sie dringend benötigen sind Ideen und Anschübe von außen, um aus ihrer Misere heraus zu kommen. Von zwei bis vier Touristen pro Monat (im Durchschnitt) können sie jedenfalls nicht leben - es sei denn ein Millionär käme und würde sein gesamtes Geld spenden, aber damit wäre das Grundproblem nicht gelöst...
Wir haben dann den frühen Abend in "Laguna de Perlas" verbracht, haben uns den - leider - sehr verdreckten Ort angesehen und beschlossen wieder zu fahren. Die wenigen Strandabschnitte an der Lagune sehr dreckig, sonst nix los und dazu Englisch als Hauptsprache, sich abkapselnde Schwarze, laute Reggae und Rapmusik, das ist wie Jamaica oder so, und wenn ich das will, dann geh ich auch dort hin...
Nach einem unspektakulären Flug, fuhren wir mit dem Taxi vom nationalen Flugplatz zum Busbahnhof "Israel Lewites" und von dort mit dem Chickenbus nach Pochomil, um ein paar Tage am Strand die Füsse hoch zu legen und zu faulenzen, bevor es zu neuen Abenteuern ging!
...Und da sollten auf jeden Fall noch einige folgen!
Hasta luego, arambigua


