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Laguna de Perlas - Reisebericht (V)
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Beitrag Laguna de Perlas - Reisebericht (V) 
hola,

...weiter geht's. Übrigens, danke für Dein Lob Luis!

Der Bus nach Rama ging direkt vor "unserer" Haustür, so warteten wir vor der Tür, hielten ihn an und waren somit die Ersten im Bus, denn ein paar hundert Meter weiter, am Markt, startete er erst offiziell! Das wiederum sehr nette Buspersonal verstaute unser Gepäck, erkundigte sich ob wir von Rama aus gleich nach Bluefields weiter wollten und beluden den Bus bis zur offiziellen Abfahrt mit dem restlichen Transportgut - denn hier sind die Busse nicht nur zum Transport von Menschen, sondern auch von Gütern da. Du bezahlst je nach Ladung und wo's hin soll, und die Jungs laden das korrekt dort ab wo's hinbeordert wurde (Säcke mit Viehfutter genauso,wie komplette Bettgestelle mit Matratzen!).
Die anschließende Fahrt über die Berge war super, tolle Panoramas über das weite Land, und das in einem relativ neuen und modernen Bus! Unterwegs konnten wir das junge Busteam beim Entladen von Futtersäcken beobachten, enorm wie schnell und gut sie die Säcke vom Busdach an das Tor der Hacienda brachten (...die wären mal was für 'ne Wette bei "Wetten dass..."Wink). In Rama angekommen, luden sie unsere Rucksäcke aus, und bis wir unser Gepäck aufgenommen hatten, hatten sie uns bereits im Büro der Bootsagentur für die Pangafahrt angemeldet, dass wir gleich mit auf der Liste standen - hammerhart, echt Klasse die Jungs! Zu den Bootsfahrten muss man dazu sagen, dass es nach der Reihenfolge der Anmeldungen geht. Das ist deswegen nicht unwichtig, weil die Boote immer nur fahren, wenn sie voll sind, d.h. warten bis ein Boot geht funktioniert nicht, man muss sich anmelden (mit Reisepassnr. und Namen) und dann warten! Wir hatten relativ viel Glück, denn es fehlten nur noch 4 Leute, eine ältere Dame aus "Bluefields" erzählte uns, dass sie bereits 3 Std.(!) wartete, so ging es dann nach einer weiteren dreiviertel Stunde mit dem Panga weiter. Allerdings mit einem Panga ohne Dach, d.h. ohne Kopfbedeckung knallt dir die Sonne eineinhalb Stunden voll auf die "Birne". In "Bluefields" angekommen, erklärte uns die ältere Dame gleich, dass wir nicht über Nacht in "Bluefields" bleiben müssten (das offiziell letzte Panga nach "Laguna de Perlas" war längst weg), um am nächsten Tag weiter zu fahren - sondern mit dem letzten Panga um 16Uhr nach "Kukra Hill" und von dort mit dem Collectivo-Minibus weiter, um noch am selben Abend in Laguna anzukommen. Das war ein super Tipp der so in keinem Reiseführer steht! Very Happy
Wir also mit dem letzten Panga nach "Kukra Hill" - was für eine Fahrt! Der Typ hatte wohl irrsinnig Spaß daran, richtig flott durch die Mangrovenwälder zu heizen - ein "Walter Röhrl" der Wasserstrassen! Manchmal dachte ich der fährt direkt in den Wald, doch dann die scharfe Kurve, Wasser spritzt hoch, das Boot bäumt sich auf und ab durch die Mitte...Shocked Jeder "Volksfestspass" war da ein gemütliches Spazierenfahren dagegen! Übrigens: die Plätze ganz hinten im Heck (rechts und links) sind die nässesten, denn bei jeder Kurve kriegt man richtig Wasser ab! Auf dieser Fahrt hatte ich leider so'nen Platz, und dazu neben mir eine recht korpulente Frau mit ihrem Neugeborenen (!), das wir dann gemeinsam vor dem Spritzwasser schützen mussten, mit Lederjacke usw.! Nun war ich der Meinung - nach der Fähre über den Lago Cocibolca, dem Höllenritt nach Juigalpa und dieser Wasserrallye durch die Mangrovenwälder - gäbe es nix schlimmeres mehr, doch es kam noch schlimmer! Schön nass (zumindest ich) stiegen wir nun ins Collectivo, ich - ganz Gentleman - ließ die Frauen zuerst einsteigen, bis nur noch der "Platz" über dem Motor (Daihatsu Microbus, geschlossen, ohne Fenster, Tür nur am Heck...) frei war. Ich mich also zwischen Fahrersitz und Ladefläche (wo 8 Mädels saßen) gequetscht und die restlichen ca. 10km in leicht gebückter Haltung auf dem Motorblock zurückgelegt. 2 Dinge war ich mir jedoch sicher: erstens dem Mitgefühl der Mädels (die alle sehr besorgt um mich waren... Cool), und zweitens wurde ich durch die Hitze des Motors sehr schnell trocken!
Nun gut, in Laguna de Perlas checkten wir dann im "Green Lodge Guesthouse" ein. Eine kleine, familiär geführte Pension, die im Erdgeschoss von Wesley und seiner Frau selbst bewohnt wird. Wesley hat einen sehr guten Stand in diesen Communities an der Laguna, und so erfährt man von Wesley zudem auch viel über die Geschichte und die Communities dort.
Am nächsten Tag machten wir uns auf, die Nachbar-Community zu besuchen, die ebenfalls direkt an der Lagune liegt. Ein kleiner Fußmarsch durch ein Feuchtgebiet (jedoch trockenen Fusses, denn die Einheimischen hatten vor ein paar Jahren mit Hilfe von Holländern einen Weg gebaut), in dem wunderschöne Wasserlilien und vieles andere blühte. Wir kamen an einer etwas grösseren freien Wasserstelle vorbei, wo die Frauen die Wäsche wuschen und die Kinder unter großem Geschrei mit einem Luftballon Wasserball spielten. In einem dieser Indigenia-Dörfer angekommen, saßen wir nicht lang allein am Ufer der Laguna, denn ruckzuck waren wir von einer Horde Kinder umgeben. Neugierig schauten sie mir beim Zeichnen zu und wollten alle von meiner Frau fotografiert werden! Schließlich begaben wir uns mit einem der Miskitos zu seinem Haus und teilten dort unsere mitgebrachte Melone mit seiner Familie. Das Problem dort ist die enorme Armut - und außer ein paar wenigen Fischern, gibt es auch nichts zu tun! So liegen die Einheimischen die meiste Zeit in ihren Hängematten, schauen stunden-, ja tagelang Fernsehen (!!!), natürlich den amerikanischen way-of-life-Quatsch (wie fast überall auf der Welt) und nix passiert. Was wir beide nicht verstehen konnten, wenn doch schon Hilfsorganisationen vor Ort sind - was tun die für die Erwachsenen? Den Kindern helfen sie in der Schule, sie helfen einen Weg zu bauen, dass man nicht mit dem Boot fahren muss, helfen ihnen Hütten auf Stelzen und aus Holz zu bauen, und dann...? Wenn schon nicht genügend Essen vorhanden ist, weshalb bringt man diesen Menschen nicht bei, verschiedene Früchte (Feld- und Baum) und Gemüsesorten anzubauen - auch wenn sie nicht davon begeistert sind (wie wir leider oft erlebten, aber das hängt mit Gewohnheiten und Erziehung zusammmen). Schließlich wäre weniger Mangelernährung vorhanden, von Vitaminen ganz zu schweigen! Jedenfalls freuten sie sich riesig über die Melone, worauf wir ihnen später auch noch unsere gesamten Orangen zum Abschied schenkten. Wir unterhielten uns mit Wilson über Gott und die Welt (eine neue Kirche bauen sie ja gerade...), und so bekamen wir einen kleinen Einblick in die Welt dieser Indigenias. Was sie dringend benötigen sind Ideen und Anschübe von außen, um aus ihrer Misere heraus zu kommen. Von zwei bis vier Touristen pro Monat (im Durchschnitt) können sie jedenfalls nicht leben - es sei denn ein Millionär käme und würde sein gesamtes Geld spenden, aber damit wäre das Grundproblem nicht gelöst...Rolling Eyes
Wir haben dann den frühen Abend in "Laguna de Perlas" verbracht, haben uns den - leider - sehr verdreckten Ort angesehen und beschlossen wieder zu fahren. Die wenigen Strandabschnitte an der Lagune sehr dreckig, sonst nix los und dazu Englisch als Hauptsprache, sich abkapselnde Schwarze, laute Reggae und Rapmusik, das ist wie Jamaica oder so, und wenn ich das will, dann geh ich auch dort hin... Wink Das weitere Problem von "Laguna de Perlas" ist, dass man immer nur mit dem Boot wo hin kommt, und diese "privaten" Fahrten lassen sie sich natürlich auch gut bezahlen (bei den nicht unerheblichen Spritkosten teilweise auch verständlich), also überlegten wir, wo uns die Reise hinführen soll. Die "Islas de Maiz" waren uns für ein paar Erholungstage einfach zu teuer, allein schon die Hin- und Rückfahrtkosten....und so buchten wir einen Flug zurück nach Managua, um uns für ein paar Tage am Pazifik auszuruhen.
Nach einem unspektakulären Flug, fuhren wir mit dem Taxi vom nationalen Flugplatz zum Busbahnhof "Israel Lewites" und von dort mit dem Chickenbus nach Pochomil, um ein paar Tage am Strand die Füsse hoch zu legen und zu faulenzen, bevor es zu neuen Abenteuern ging!
...Und da sollten auf jeden Fall noch einige folgen! Very Happy

Hasta luego, arambigua

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