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Ein Land mit Herz - Reisebericht (II)
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Beitrag Ein Land mit Herz - Reisebericht (II) 
hallo mitanand,

als Anmerkung zu Granada sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass wir uns die - für unsere Verhältnisse viel zu teure Kutschenfahrt - zwar gespart haben, aber trotzdem eine kurze Fahrt bekamen, als wir nämlich auf unserem Spaziergang durch Granada waren, bot uns ein Transporteur mit Pferdefuhrwerk an, uns ein Stück mit zu nehmen. Das war zwar nicht so bequem wie die Kutschen, aber dafür um so lustiger!

Nun gut, wie schon am Ende des letzten Beitrags bemerkt, ging es dann am nächsten Tag weiter nach Ometepe. Wir hatten uns für die Busfahrt nach San Jorge mit anschließender kurzer Bootsfahrt nach Moyogalpa entschieden. Der Busbahnhof für Fahrten in den Süden liegt in Granada direkt am Markt und so konnten wir uns für eine handvoll "Pesos" (so nennen auch die Einheimischen oft den Cordoba, vor allem wenn es um kleinere Beträge geht, wie hier um 10 C$) noch ein paar Orangen, Limonen und Bananen mitnehmen. Der Bus ging dann mit 'ner halben Stunde Verspätung, weil einfach nicht genügend Fahrgäste da waren (im umgekehrten Fall geht ein Bus auch mal eine halbe Stunde früher weil er bereits voll ist - wir haben beide Varianten öfter erlebt), und so wurde auf die Ankunft von anderen Bussen und Fahrgästen noch gewartet...
In Rivas angekommen nahmen wir uns für den restlichen Weg bis San Jorge ein Taxi, die in Nica auch sehr günstig sind - aber aufpassen: der genannte Preis (bitte vor Fahrtbeginn fragen) gilt manchmal pro Person und bei mehreren vorhandenen Taxen immer fragen und handeln, ggf. mit anderen Reisenden ein Kollektiv bilden!
Als eine gute Idee fand ich die Tatsache, dass ein Tourismusbüro vor dem Landungsteg einem vor der Fahrt mit der Fähre kostenlos Infos über Ometepe und eine kleine Landkarte gibt - da kann man sich auch gleich nach den Busverbindungen erkundigen. Bereits die Überfahrt war riesig, der rauchende Concepciòn kam immer näher, das Bild, wie er da mitten im See aufragt, einfach klasse! Angekommen in Moyogalpa hatten wir bis zu unserer Busabfahrt (die Taxipreise auf der Insel waren uns die 2Stunden Zeitersparnis schlichtweg nicht wert) noch etwas Zeit und nutzten diese für Essen und Fotografieren. Nach einer wiederum sehr holprigen Fahrt kamen wir dann an der von uns ausgesuchten Finca "El Porvenir" an. Erneut haben uns Einheimische bereits auf der Busfahrt einiges über die Geschichte und anderes von Ometepe erzählt. Nach dem Einchecken haben wir im hauseigenen Restaurant mit Blick auf den Volcan Concepciòn noch einen Happen zu uns genommen. Bei Bierchen und einem phantastischen Blick auf den mittlerweile in Pastellfarben getauchten Vulkan - es war Sonnenuntergangszeit - ging der Tag zu Ende. Am nächsten Tag regnete es in Strömen, alles was weiter als 100m weg war, dampfte nur noch und befand sich im Nebel, selbst die Urracas, die pritscherlnass in den Papayabäumen saßen, missfiel dieser Tag sichtlich! So begnügten wir uns mit Abhängen im Ausblick-Rancho in der hamaca, was auch ganz angenehm war und beobachteten wie so der Rest der Finca (Brüllaffen, Kolibris, Papageien und Schmetterlinge) mit dem Wetter zurechtkam. Smile
Am nächsten Tag gingen wir mit dem Vater von America (sie schmeißt den Laden dort...) auf Tour. Da wir keine Lust hatten einen kompletten Tag mit Aufsteigen auf den Maderas, kurzem Verweilen auf dem Gipfel und anschließenden Abstieg zu verbringen, gingen wir mit ihm so ungefähr die Hälfte des Maderas hoch zu einem mirador. Auf dem Weg dorthin hat er uns sehr viele Pflanzen erklärt, auch für was man diese verwendet (von natürlichem Repelente-Mittel über Malaria-Mittel bis hin zu Diabetes-Behandlung!) und vor allem hat er das so ruhig und in so deutlichem Spanisch erzählt, dass ihn sogar meine Frau (geringe Spanisch-Kenntnisse) verstanden hat! Oben angekommen hatten wir erneut ein geniales Panorama, der leicht wolkenverhangene Concepciòn, der Blick über das Tiefland der Insel, einfach super! Die Rückkehr nach einer ausgedehnten Pause - der Aufstieg war am Anfang durch den vorherigen Regentag etwas rutschig und anstrengend, später dann ziemlich steil - war genauso wie der Aufstieg: er hat wieder viel erklärt über die Bäume, Tiere und Pflanzen, so dass dies ein rundum gelungener Ausflug war. Am frühen Nachmittag zurück, gingen wir anschließend noch zum See runter (halbe Std. zum Laufen) zum Baden. Auf dem Rückweg kehrten wir noch ein (ja, ja, wir haben uns mit dem ständigen "Futtern" den Nicas ziemlich schnell angepasst!) und lernten ein Pärchen aus Kanada kennen. Anschließend die Stirnlampen aufgesetzt und den Berg hinauf zurück zur Unterkunft gegangen, auf der Veranda noch ein Bierchen geschlürft und anschließend bestens geschlafen!
Am nächsten Morgen beschlossen wir, gegen Mittag zu fahren, da sich die Wolken auf der Insel wohl etwas festgehangen hatten, und wir keineswegs Lust auf mehr Regen hatten. Paradoxerweise wollten wir in das regenreichste Gebiet der Erde: zum Rio San Juan! Doch der Regengott Chaak sollte ein Einsehen mit uns haben! Cool
Da die Fähre erst abends ging, verbrachten wir die 2Stunden in Altagracia mit Stelen anschauen und...? Ja richtig, Bierchen trinken und diversem Essen!
Kaum dass die Fähre anlegte, gab's schon einen heftigen Schauer, so dass etwas Hektik aufkam, da jeder auf's Schiff und keiner nass werden wollte. Wie üblich bei den Nicas, hatten sie natürlich weit mehr Tickets verkauft, als die Fähre Plätze hatte, und so gab's weder in der "Holz"- noch in der "Luxus" - Klasse Plätze. Also rauf auf die Kisten, in welchen die Schwimmwesten lagern und versucht es sich einigermaßen gemütlich zu machen - doch damit war's ziemlich schnell vorbei. Der Regen hörte nicht auf und ein frischer Wind dazu trieb dann den Regen schön über das offene Deck - gut dass wir Fleecejacke und Regenzeug griffbereit hatten, denn es sollte eine 9-stündige Tortur der besonderen Art bis San Carlos werden! Es war mit Abstand die kälteste und ekelhafteste Nacht die wir in Nica je verbrachten - und ich konnte es nicht glauben, meine Frau schlief sogar am Boden! Ich hingegen besorgte mir 'ne Coca und mischte diese in ordentlichem Verhältnis mit dem "Flor de Cana" (Rum), den ich mir (in weiser Voraussicht Wink ) mitgebracht hatte, so wurde mir wenigstens etwas "leichter und wärmer", selbst der Aufpasser sagte nichts, denn eigentlich ist Alkohol an Bord verboten, aber bei den Witterungs- und Platzverhältnissen! Cool In San Carlos angekommen folgten wir dem Ruf einer Kaffee- und Butterbrotverkäuferin, die wußte, was man jetzt brauchte! Kauften anschließend ein Ticket nach Sabalos mit dem "Express - Panga" und warteten während des Regens (todavia!) im Unterstand auf die Abfahrt.
So das war's erst einmal, Fortsetzung folgt!
Übrigens werden wir sicherlich mal nach Ometepe zurückkehren, denn es hat uns dort sehr gut gefallen - friedlich, ruhig und viel Natur! Very Happy

Hasta luego, arambigua

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