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Ein Land mit Herz - ein Reisebericht
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Beitrag Ein Land mit Herz - ein Reisebericht 
Hallo zusammen,

am 21.11.2007 sind wir also abends in Managua gelandet, geflogen mit Air France (toller Service, gute Verpfegung) und AA (von Miami aus).
Mit dem Taxi - wollten nachts um 21Uhr nach der Flugzeit nicht auch noch zur Bushaltestelle laufen, außerdem Sicherheitsgründe - ins Hotel "Los Felipe" gefahren, eingecheckt und noch in der pulperia gegenüber ein paar Bierchen und Wasser gekauft. Der Nachtwächter hat sogar ein Auge auf uns geworfen, obwohl die pulperia nur ein paar Meter schräg gegenüber des Hotels war, das hat uns schon mal beeindruckt.
Nun gut, nach einer angenehmen Nacht wurden wir vom Papageiengezeter der hoteleigenen Papageien geweckt, gingen frühstücken und anschließend fuhren wir mit dem Taxi zum Malecon. Dieser hat uns ganz und gar nicht begeistert, denn der ist sehr ungepflegt und der Managuasee sieht auch eher aus wie eine Kloake (und riecht streckenweise auch so...), also anschließend zur alten Kathedrale (bei dem großen Erdbeben von 1972 ziemlich beschädigt worden) und dort am Platz in das Kunstmuseum. Während des Besuchs dort ertönte von draußen Musik und als wir nachsahen, war der Platz voll mit jungen Leuten, die wohl für einen Staatsakt eine Tanzvorführung einstudierten - das wirkte fast so gestelzt wie einst bei den Kommunisten dieser Welt...
Nachdem wir mittags im Viertel wo das Hotel liegt, in einem sehr guten und günstigen Restaurant etwas gegessen und die Biersorten der Nicas getestet hatten, gab's Siesta und später machten wir uns erneut zu Fuß auf den Weg zur "Laguna de Tiscapa". Von hier hat man einen tollen Blick auf die Stadt, den See, die umgebenden Berge und Vulkane - ein schöner Platz mit herrlichem Panorama zum Verweilen!
Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Granada, von der UCA aus, ein Busbahnhof bei der Uni, von dem es hauptsächlich in südliche Richtung geht.
Granada war im Gegensatz zu Managua fast wie g'schleckt, es wirkte sogar etwas steril auf uns, trotz seiner schönen Häuser fehlt es etwas an Flair, es ist einfach eine reine "Touri-Stadt". Dieser erste Eindruck hat sich dann durch die anschließende Besichtigung von Altgranada (Bahnhof, altes Hospital, Fortalezza, Markthallen, etc.) nicht bestätigt, denn wir sind mit einem jungen "Granadiner" (Miguel) durch "seine" Stadt gegangen und das war dann schon weitaus besser als die top renovierten Fassaden der Tourigassen. Nachdem wir ihm für seine Dienste ein Essen spendierten und noch etwas Taschengeld gaben, fand der Abend ein baldiges Ende in unserer Hospedaje Cocibolca.
Am nächsten Tag war ein Ausflug zum "Parque National Volcan Masaya" geplant, und so gingen wir zeitig los um bei Öffnung des Parkes dort zu sein. Dem Busbegleiter sagten wir wo wir aussteigen wollten und das Schöne ist, dass sie dann so nett sind und einem auch noch sagen, wann man aussteigen muss. Das war übrigens eine Sache, die wir sehr angenehm empfanden, dass einem alle Leute ständig behilflich sind, immer besorgt um uns waren, dass wir auch richtig ankamen wo wir hinwollten - ich würde sagen ein typischer Charakterzug der Nicas!
Hinauf auf den Vulkan ließen wir uns fahren (Shuttleservice der Parkverwaltung), zurück gingen wir dann die 5km (heftig!). Schon beeindruckend dieser Gigant, wie er da vor sich hin raucht! Und das Panorama erst (!) - eine Sicht bis hinter den Managuasee zum Momotombo und in der anderen Richtung bis Granada. Jedenfalls suchten wir uns den "Rundwanderweg" ("Sendero y Crater San Fernando") aus, der um den erloschenen "San Fernando" herum, zurück zum aktiven "Santiago" ging. Zum Glück hatten wir genügend Wasser dabei und langärmlige Kleidung, denn es gibt auf den Vulkanen natürlich keinerlei Schatten - sonst hätte es uns am dritten Tag wohl fürchterlich hergebrannt! Der "Spaziergang" dauerte dann so ca. 1,5 Std. (gemütlich mit Fotosessions), und bot geniale Panoramas! Atemberaubend der Blick übers Lavafeld zur "Laguna de Masaya" und dem Vulkan "Mombacho"! Die Flora und Fauna in dieser Höhe ist auch etwas Besonderes, denn die Gase und Mineralien lassen die Gräser rötlich wachsen, teilweise gelblich, weiße Bäume vor schwarzen Vulkansteinen und sattgrünen Moosen - tolle Kontraste! Skurril manchmal die Situationen, man steht und schaut in die Ferne, und neben einem, auf einem dürren abgestorbenen Baum, hockt ein schwarzer Geier und guckt gelangweilt den - leider - noch lebenden Touri an! Ich muss schon sagen, trotz aller Anstrengungen hat sich dieser hike wirklich gelohnt! Cool
Auf dem Rückweg haben wir uns noch das relativ neue, dazugehörende Museum angesehen (im Eintrittspreis von 70C$ bereits enthalten) - durchaus interessant und aufschlußreich.
Die Rückfahrt war dann etwas aufregender, denn es war Samstag Nachmittag und nahezu jeder Bus nach Granada war rettungslos überfüllt (falls es dieses Wort in Nicaragua überhaupt gibt - hihi!!!), und so sprangen wir dann schließlich bei einem der Busse hinten auf und quetschten uns nach aufmunternden Zurufen der anderen Fahrgäste (u.a. "toma su chica" - sehr witzig, wenn sie doch gerade an der Hintertür hängt...) schließlich noch in den Bus - und der Begleiter brachte es sogar fertig die Tür noch zu schließen! Surprised Jedenfalls glaubten wir, dass jetzt wirklich keiner mehr reinpasst (Sardinendose ist dagegen als "leicht unterbesetzt" zu bezeichnen!), doch die anderen Fahrgäste meinten, wenn der will, dann bringt der immer noch einen rein - und so war bei jedem Pfiff (zum Anhalten) des Busbegleiters unsere Reaktion: Shocked !
Wir haben über diese Chickenbus-Fahrt noch viel gelacht an dem Abend, und am nächsten Morgen ging's dann zum "Lago Cocibolca", den spazierten wir entlang, bis wir beim Ausgangspunkt für Bootsfahrten zu den "Las Isletas" ankamen. Eigentlich wollten wir keine Bootsfahrt machen, aber wir bekamen ein so gutes Angebot unterbreitet (natürlich nach etwas schachern...), dass wir nicht "nein" sagen konnten und uns durch die "Isletas" schippern ließen. Das war dann ein durchaus angenehmer Ausflug, incl. Fotostop an einem Aussichtspunkt auf einer "Isleta". Den Tag beendeten wir mit einem Aufenthalt in einem Restaurant am Strand (wir waren dort die einzigen Touris...) mit Bierchen trinken (die Nica-Biere sind wirklich prima!), Fisch essen, zeichnen, labern und fotografieren. Die Nicas finde ich, sind auch sehr aufgeschlossen und neugierig, und wenn man dann noch spanisch spricht (mit Englisch kommt man nur in den "Tourihochburgen", falls man die so nennen kann, weiter), ist für Unterhaltung bestens gesorgt! So verging ein Tag - muy tranquilo - und wir freuten uns schon auf unser nächstes Ziel: Ometepe. Smile

...Fortsetzung folgt, bis bald,
arambigua

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