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Cosigüina - Reisebericht (IX)
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Beitrag Cosigüina - Reisebericht (IX) 
hola a todos,

...nachdem wir in Matagalpa noch einen schönen Abend verbrachten, packten wir am nächsten Morgen zur Weiterfahrt nach Cosigüina - dort wollten wir den gleichnamigen Vulkan besteigen. Nach einem ziemlich heftigen Frühstücks-Süss-Fressanfall - wir deckten uns in der Bäckerei Mus Manni mit einem riesigen Berg an leckerem Backwerk ein (Ananastaschen, Guabarollen, gefüllte Hörnchen, etc.) und verschlangen diesen "Haufen" mit etlichen Bechern Kaffee des Hotels Apante (Kaffee ist im Zimmerpreis enthalten) - gingen wir zum Busterminal und nahmen den Mittagsbus nach Chinandega.
Die Fahrt war bis auf aus dem Nichts auftauchenden Vulkankegeln (immer wieder klasse!) nicht sehr spektakulär und so checkten wir im Hotel Casa Grande in Chinandega ein. Der Besitzer war zwar sehr nett, das Hotel hatte jedoch schon weitaus bessere Zeiten gesehen, weshalb AC empfohlen wird (für unverschämte 25US$) war uns auch schnell klar, da sich im Zimmer kein Fenster öffnen ließ!
Da wir AC nicht leiden können, schliefen wir dann - in diesem sicheren Hotel - bei offener Zimmertür Rolling Eyes ! In der berühmtesten fritanga von ganz Nica (Las Tejitas) hat dann sogar eine ältere Frau versucht mir etwas aus der Gesäßtasche zu klauen (da wir aber erstens von Alvaro, dem Hotelwirt, gewarnt wurden und ich zweitens sowieso nie irgendwas in der Gesäßtasche habe, blieb es bei einem Versuch... Smile ). Das Essen und der Preis war den Weg durch eine etwas unwirtlichere Gegend Chinandegas dann aber doch wert. Übrigens das blieb das einzige Mal, dass uns jemand bestehlen wollte (da hatte ich in Berlin in zwei Tagen schon mehr Versuche als hier in zwei Monaten!)! Wir machen bis heute keinen Hehl daraus, dass uns diese Stadt nicht gefallen hat (wir waren anschließend noch am Parque Central und am nächsten Morgen auf einer kleinen Stadtbesichtigung...) - das Beste waren die unglaublich großen und leckeren Fruchtsäfte und Milchmixgetränke an einer Bude am Parque Central, da brauchte man fast sonst nix mehr zum Frühstück Cool ! Das nächste Mal wird jedenfalls El Viejo unsere erste Wahl für eine Übernachtung in dieser Gegend sein - ein sehr beschauliches Dörfchen!

Jedenfalls nahmen wir den Mittagsbus nach Potosí, am Fuße des Cosigüina. Die Fahrt war von der Sorte "Staub schlucken, schwitzen (sauheiß!) und Knochen nummerieren" (wg. des Trampelpfads, genannt "Strasse"). Gott-sei-Dank hatten wir wieder viel Unterhaltung mit Einheimischen - eine jüngere Frau fand das so toll, dass Menschen aus einem anderen Land zu ihnen kommen, die auch noch ihre Sprache sprechen (!), es wäre schon so schön, wie sie sagte, wenn sie (die Nicas) wenigstens die Möglichkeit hätten unentgeltlich eine Sprache zu erlernen - wie es bei uns in D möglich ist! In Potosí angekommen stiegen wir mit zwei anderen Fahrgästen aus (Endstation), und dachten wir befänden uns am "Arsch der Welt" - naja, waren wir nicht, aber zugegeben, schon ziemlich nah d'ran Laughing Wink !! Auf unsere Frage nach einer Unterkunft wurde uns von einem Mitreisenden eine (die Einzige im Ort) empfohlen, die glücklicherweise nicht weit von unserem staubigen Endhaltepunkt entfernt war. Das war das einzige Mal, dass wir eine richtig missmutige Nica als Pensionswirtin hatten, ich glaub bei dem G'schau hätt' sogar ein Jaguar "Reissaus" genommen Laughing . Das Zimmer o.k., mit Donnerbalken im Hof und einer Regentonne (in einer duscheaähnlichen Einfriedung) mit Wasser, um sich mit einem Schüsselchen das Wasser über den geschundenen Körper zu schütten... Wink
Wir organisierten dann noch einen guía für unsere Wanderung am nächsten Tag auf den Vulkan und machten uns auf den Weg mit einem Bierchen den Staub im "Wilden Westen" (eigentlich Nordwesten von Nica) hinunter zu spülen. Mann das tat gut! Dann sind wir an den Strand am Golfo de Fonseca und sahen den heimkehrenden Fischern bei ihrer Arbeit, den "glücklichen" Schweinen bei ihren Strandspaziergängen und den Vögeln beim Versuch einen Fisch zu erbeuten, zu. Als sich die Sonne mit wunderbaren Farbenspielen von diesem staubigen Tag im Golfo de Fonseca verabschiedete, gingen wir zurück zum "Duschen" und zum Abendessen.
Am nächsten Morgen war die Nacht bereits um 4Uhr30 zu Ende, da wir um 5Uhr unseren Aufstieg beginnen wollten, lt. Herbergspapa - der war nett - eine 4-stündige Unternehmung. Als wir in der Dunkelheit auf Thomas Reyes, unseren guía warteten, kam ein junger Mann auf uns zu und fragte mich ob ich ihm seinen Bus anschieben helfe Confused - was mir natürlich etwas befremdlich vorkam (so ein Trum anschieben?)...aber nach kurzer Rücksprache mit meiner Liebsten, blieb sie am Treffpunkt zurück und ich ging mit zum Anschieben. So haben wir es dann im dritten Versuch tatsächlich geschafft, zu viert (!!!) einen Chickenbus in diesem sandigen Gelände anzuschieben Cool ! Zurück am Treffpunkt - mittlerweile schon kräftig schwitzend - gingen wir sogleich los, schließlich wollten wir die größte Hitze beim Aufstieg vermeiden. Thomas wuselte mit seinen O-Beinen (da meine Frau noch nie auf einem Pferd saß, mussten wir das Angebot auf den Vulkan zu reiten, noch dazu auf schwierigem Gelände, ablehnen) wieselflink bergauf als ob es einen Preis zu gewinnen gäbe. Der Sendero war zwar nicht schwierig, aber durch den Sand und das Geröll unheimlich anstrengend zu gehen, man hatte das Gefühl dass man zwei Schritt vorwärts und einen zurück machte. Während des Aufstiegs immer wieder tolle Bilder des Sonnenaufgangs. Mit kurzen Unterbrechungen gingen wir sehr zügig - mittlerweile rann mir der Schweiß in Strömen nur so herunter - Richtung Kraterrand. Am Anfang ging es an Feldern und Weideflächen entlang, dann durch tropischen Trockenwald stetig bergauf, bis wir schließlich nach ca. 2/3 des Weges nur noch den baumfreien steilen Restaufstieg zum Kraterrand vor uns hatten. Nach einer kurzen Rast machten wir uns auf den restlichen Weg. Ehrlich gesagt, selbst mit Reiterfahrung wäre dieses letzte steinige und steile Stück bergauf ein gewisser Nervenkitzel gewesen.... Schließlich sind wir nach sage und schreibe 2,5 Std. (kein Wunder, so schnell wie wir mit unserem wieselflinken guía gingen) am Kraterrand angekommen - was für ein phantastischer Ausblick! Very Happy Vergessen waren die Strapazen, das Schwitzen, die rollenden Steine unter den Füssen und die trockene Luft! Vor uns der 300m tiefe Krater, dessen See in weichen Blau- und Grüntönen unter uns glitzerte, hinter dem gegenüberliegenden Kraterrand der Golfo de Fonseca mit Blick nach Honduras und El Salvador - was für ein geniales Panorama! Very Happy Nach der Brotzeit, die wir in der Pulpería am Vorabend besorgten und sie jetzt mit unserem guía teilten - er hatte nämlich nix mit - ging ich am Kraterrand entlang auf Fototour. Das hat sich wirklich gelohnt, dermaßen spektakuläre Ausblicke, man konnte in südöstlicher Richtung sogar den Volcán Momotombo, in östlicher Richtung direkt vor uns den Volcán San Cristóbal mit der restlichen Vulkankette und in südlicher Richtung das Naturreservat Padre Ramos mit anschließender Playa Jiquilillo sehen! Cool So verbrachten wir über 1,5 Std. auf dem Gipfel, genossen die Ruhe, hörten den Vögeln zu und ließen das tolle Panorama auf uns wirken, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten. Der war zwar jetzt einfacher, aber durch die mittlerweile hochstehende Sonne sehr unangenehm (wir verbrauchten insgesamt 3,5l Wasser auf diesem hike!). Viele Schmetterlinge und bunte Vögel kreuzten unseren Weg, blühende Kletterpflanzen und Büsche verschönerten diesen, Einheimische, die Sesam droschen gaben Einblicke ins tägliche Leben und immer wieder neue tolle Bilder die uns den Abstieg angenehmer gestalteten.
Zurück in Potosí gingen wir zur Unterkunft zurück, bezahlten Thomas, "duschten" uns und gingen in den Comedor uns zu stärken. Dort erfuhren wir, dass in einer Stunde der letzte Bus nach Chinandega ging (es gehen nur 1-2 pro Tag), woraufhin wir beschlossen, diesen bis zur Kreuzung wo's nach Jiquilillo ging, zu nehmen - von dort wird sich schon eine Möglichkeit ergeben für die restlichen 5km! Wink Also packten wir, tranken noch einen Fruchtsaft (immer ohne Zucker bestellen!) und bestiegen dann den Bus zurück. Die Fahrt war sehr lustig, denn der Busbegleiter wußte immer irgendwas...jedenfalls saß neben uns eine Bäuerin mit zwei (wirklich) hübschen Hennen auf dem Schoß, zwei Typen hinter uns boten ihr an, die Hennen für 50 C$ pro Stück zu kaufen...(wenngleich das Angebot nicht ganz ehrlich gemeint war), sie verneinte aber und nannte einen weitaus höheren Preis, jedenfalls schaukelte sich diese Feilscherei Stück für Stück höher. Zwischenzeitlich hatten wir ein Foto von ihr mit ihren Hennen gemacht, und als die Jungs nahe dem ihr genannten Preis lagen, sagte sie...."ach übrigens, nicht nur ich finde meine Hennen ausgesprochen hübsch, die wurden soeben von den Ausländern fotografiert, d.h. sie sind im Moment im Preis gestiegen!"...jetzt lachte der halbe Bus und die Geschichte war erledigt. Das sind die palabras warum wir auch so gern Chickenbus gefahren sind, denn da ist immer was los und man kommt den Einheimischen nahe und lernt auch ihren Humor kennen!

Weiter geht's im nächsten Teil mit Jiquillio und Leon...

hasta pronto, arambigua

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