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Als Rentner in Nicaragua wohnen.....
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Beitrag Als Rentner in Nicaragua wohnen... 
Freundliche Grüsse an Dich, Hanspeter!

Schön, dass Du, neu in diesem Forum, auch gleich mal in die Tasten gegriffen hast. Dein Beitrag ist sicherlich für viele Leser sehr aufschlussreich, mir sind Deine Erfahrungen sehr wichtig.

Wer sich mit dem Gedanken befasst, Deutschland den Rücken zu kehren, will nicht nur aus dem Reiseführer über das vielleicht künftige Land erfahren. Hilfreich ist ganz besonders ein Beitrag, wie Du ihn jetzt geschrieben hast, Hanspeter, ebenso die Erfahrungen von arambigua. Ich würde mich sehr freuen, von Euch weitere lebensnahe Berichte zu lesen. Und andere Leser in diesem Forum sicherlich ebenso - sie sollten sich nur aufraffen und ihre Gedanken posten.

Viele Europäer stellen sich wahrscheinlich zuerst mal die Orte an den Küsten als besonders attraktiv zum Wohnen vor, ist ja auch reizvoll. Aber es ist gut zu wissen, dass aus finanziellen und klimatischen Gründen die höher gelegenen Orte günstiger sind.

Ich werde noch einige Fragen stellen. Das hat Zeit, weil ich vor der grossen Reise noch am Startgeld arbeiten muss. Na, wenigstens den uns in D bevorstehenden Sommer kann ich ja hier auch noch mitnehmen.

Ich werde mit Reisegepäck kommen, kein Container hinter mir. Daraus ergibt sich schon wieder eine Frage:

Verfügen Mietwohnungen oder -häuser über eine Grundausstattung in der Küche, wie Herd, Spüle etc. und,
bekommt man günstig die nötigsten Möbel zu kaufen?

Wenn jemand mal einige Preise (müssen ja nicht auf den Cent exakt stimmen) für Lebensmittel, Gebrauchsgüter, Fahrrad oder Motorrad nennen könnte, wäre das bestimmt hochinteressant.

Schöne Grüsse von der Schlechtwetterfront

ritter

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Beitrag  
Hallo ritter;

Danke fuer Deine Antwort!
Nun - ich schreibe eigentlich doch recht oft ueber meine Erlebnisse hier in meinen Bloggs;
Zum Beispiel hier:
http://nicaraguanews.blogspot.com/
Oder:
http://abschiedinnicaragua.blogspot.com/2007/10/abschied-von-meiner-schwiegermutter.html

Auch im www.seniorweb.ch betreue ich das Forum "Leben im Ausland" wo ich ab und zu etwas ueber Nicaragua berichte.

Auf Deine Fragen aber konkret:
Motorraeder sind derzeit In und wie ich hoere erschwinglicher geworden:
Als ich hier ankam, traeumte ich von einer 250-ccm Maschine konnte es mir aber damals nicht leisten: Wenns konkret wird, schaue ich mich gerne nach Preisen um.
Fahrraeder findet man in Huelle und Fuelle - Neuware meist aus dem Osten: Occassionen sind kaum erhaeltlich und gehen unter der Hand weg. Ein gutes Mehrgangfahrrad ist um die 800 Cordoba zu haben - mit Preisen bis gegen 2000: Hochtechnische Raeder und Kauf in der Hauptstadt naturgemaess mehr; Der Cordoba zum Euro ist derzeit extrem guenstig: 1000 Cordoba kosten heute nur noch 35 Euro - noch vor Jahresfrist waren dafuer 50 und mehr hinzublaettern!

Essen:
Sind ebenfalls sehr unterschiedlich:
So haben wir eben an Oster fuer ein nicht allzuuebigges Mal in einem 1.Klass-Restaurant fuer 4 Personen 2000 Cordoba hinlegen muessen!
Normale und gute Essen kosten im Restaurant zwischen 40 bis 200 Cordoba - mit Schwergewicht auf das untere Preissegment. An den vielen Strassenbuffets sind schon recht gute bestueckte Tellergerichte um 20 Cordoba zu haben.
Frescos - also meist ueberzuckerte friche Fruchtsaefte verduennt mit Wasser und mit Eis bekommt man schon ab 3 Cordoba - in "besseren" Restaurants bis gegen 15 Cordobas. Bier zwischen 13 und 18 die 33-ccm-Dose und um 25 Cordoba fuer die Literflasche: Dabei das von mir bevorzugte "Viktoria" - ein Pilsner in Nicaragua gebraut.
Rum gibt es in 5 Preisklassen schon ab 50 Cordoba die 7-dl.-Flasche - im Restaurant mit Eis im Kuebel, Zitrone, Salz, Massbecher serviert die halbe Flasche um 100 Cordoba: Dabei bestellt man fuer sich allein eine halbe Flasche - wenn mehr am Tische sitzen eine Ganze.
Wein ist fast niergends erhaeltlich und wenn entweder viel zu teuer und zu wenig qualitativ.

Ein guter Landarbeiter mit Familie - meist arbeitet mindest die Frau und die erwachsenen Kinder nach der Schule mit, kommt auf etwa
1000 Cordoba - IM MONAT!!! Ohne Essen!!
Pflichtmindestlohn ist gemaess neuer linker Regierung 1500 Cordobas im Monat - doch das zahlt im Norden Keiner!
Hausangestellte bekommen auf dem Land um 600 Cordoba im Monat in der Hauptstadt bis 2500 - mit Essen und manchmal auch Logis.

Miete von Wohnungen und Haeuser sind moeglich: Die Miete fuer ein einfaches Haus mit Dusche und WC bewegen sich hier auf dem Land um 50 - 80 Dollar im Monat: In der Hauptstadt je nach Lage 150 - 500 Dollar.

Einfache Moebel kauft man hier auf den Maerkten oder in den kleinen Gemischtwaenlaeden am Guenstigsten. Holzbetten fuer 2 Personen um 1000 Cordoba plus Matrazze - wobei diese von 300 - 5000 kosten kann. Die Wohnungen sind mehrheitlich einfach und wenig moebilliert. Ein Tisch, 2-4 Stuehle, Bett oder Haengematte oder auch nur eine Reismatte am Boden
Die bequemen Schaukelstuehle - eine Nicaragua Spezilaitaet gibt es ab 400 - 1500 das Stueck. Eine Art Rattan - Sitzgruppe um 2000 Cordoba. Die sehr bequemen und farblich wohl schoensten Haengematten der Welt um 400 - 700 Cordoba.

Autos kauft man meist unter der Hand und gebraucht. Bevorzugt werden Caminettas - also Kleinwagen mit offener Bruecke- Meist sind diese ueber 10-jaehrig - doch auch gegen 30-jaehrige sind keine Seltenheit.
Kosten ab ca 1000 Dollar bis um die 6000 Dollar: Neuere und groessere entsprechend mehr wobei die Preise deutlich hoeher liegen als vergleichsbare in Europa!!
Benzin kostet derzeit rund 1.35 USD pro Liter - fuer unsere Verhaeltnisse bald unerschwinglich!!!

Das fuer den Moment und aus dem Stegreif:
Konkrete Abklaerungen zu gezielten Fragen mache ich gerne!


_________________
Schweizer, 65-jaehrig verheiratet mit einer Nicaraguense und gluecklich, als Fruehpensionaer im eigenen kleinen Paradies leben zu duerfen
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Beitrag  
hola hanspeter,

...da wir gerade dabei sind alles abzuklären - wir wollen nach Nica auswandern - tun sich natürlich 'ne Menge Fragen auf. Viele Dinge klären wir mit einer befreundeten Nica und vieles erst in ein paar Monaten vor Ort (wg. business), aber auf eine Frage habe ich bis dato keine zufriedenstellende Antwort erhalten. Im Moment zählen wir für die nächsten Jahre noch zum arbeitenden Volk, das Rentnerdasein weit entfernt, da bietet sich eine der Expats-Krankenversicherungen an, die so um die 110€ p.P. für uns (altersgemäß) kosten soll. Jedoch was passiert nach dem 65igsten Lj.? Bei den meisten endet diese Versicherung!? Shocked
Wie hast Du das denn gelöst? Irgendwelche Tipps?
Deine Idee mit den Heilkräutern ist natürlich super, da bietet sich das Land natürlich an (und die alten Überlieferungen der indigenias). Wink Suchst Du (zwecks Vermarktung) auch den Kontakt zu Heilpraktikern?

Hasta pronto, arambigua

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Beitrag  
Hallo arambigua:
Gute Fragen!!
Erstmals muss ich da wieder etwas ausholen:
Ich habe mich mit diesem Fragenkomplexx auch jahrelange herumgequeaelt und fuer mich eine Loesung gefunden, die fuer MICH stimmt: Doch diese kann ich nicht einfach so 1:1 weiterempfehlen!

In der Schweiz lebend hatte ich die teueretsen Versicherung mit x-Zusatzversicherungen fuer Privatpflege, Spezialoperationen und vieles mehr. Immer wieder aber sah ich, wie Reiche und Superreiche auch in meinem Umfeld in einigen Krankenhaeuser lediglich als noch halblebende Kassenfueller behandelt wurden; Oftmals lieblos, am Tag mit wenigen kurzen Visitten abgespeist und / oder mit Tabletten und Aperturen ruhig gestellt oder den Tod wochenlang siechend herausgezogen!

Da ich anderseits auch keine allseits befriedigende Krankenkasse fand, welche mit meinen nur noch Mini-Einkommen zahlbar ist, entschloss ich fuer mich (und meine Frau!), keine Krankenkasse mehr zu bezahlen!

Das bedingt:
Arztbesuche trotz Bluthochdruck und Diabetes II habe ich auf ein absolutes Minimum beschraenkt; Pharmaprodukte fast gaenzlich abgesetzt und ich nehme dafuer fuer jedes Wehwechchen aber auch meine ernsten Gesundsheitsstoerungen Natur Heilmittel - meist aus dem eigenen Anbau. Wenn mal ein groesseres Problem ansteht, kann man hier fast alle Medis in einer der vielen Apotheken zur Not auch ohne Arztrezept bekommen!

Das Resultat:
Ich fuehle mich ohne die mich frueher stets verfolgende Pillendose, welche jedes Jahr mehr und farbigere Einlagen bekam, wieder wohler, froher, lebendiger und geistig wie koerperlich aktviver und fiter!

Klar ist:
das ich so moeglicherweise ein paar Jahre (eventuell gar im Spitalbett liegend) "verschenke!": Doch damit lebe ich!
Auch bleibt mir so der Alptraum in einem Aperturen Umfeld und mit Schlaeuchen am ganzen Koerper dereinst dem Tod entgegenfiebern zu muessen oder als Diabetiker erst mit einer Fuss- und schlussendlich mit 2 Beinprothesen herumhumplen zu muessen - erspart!

Denn, ohne Geld und Krankenkasse bin ich fuer die Arztmafia uninteressant!!

So sehe ich meinen letzten Tagen mit viel weniger Angst entgegen - wenn ich diese auch nicht schon morgen herbeiwuensche.
Bei meinem letzten komplizierten Beinbruch bekam ich trotzdem alle Hilfen:
Erst hier im oertlichen Spital, dann in einer Privatklinik in Managua und zuletzt mit Therapie auf der Farm:
Klar hat mich das Ganze viel Geld gekostet: Rund 5000 Dollar! Doch wenn ich das im Verhaeltnis zu einer Versicherung betrachte, welche mich in meinem Alter gegen 400 USD - ohne Frau und Kinder - kosten wuerde, rechnet sich die Sache!!!
Das dabei ein kleiner Sparbatzen sinnvoll und ratsam ist, muss ich wohl nicht erwaehnen.
Der Vollstaendigkeit aber:
Hier haben 99% aller Nicas KEINE Krankenversicherung - warum muss ich also unbedingt eine haben?
Bei Notfaellen hilft hier stets die meist riesige Familie oder man bettelt sich die Kosten irgendwo zusammen.
Doch in Haertefaellen wird auch hier mal eine Notoperation kostenlos oder zu einen sehr guenstigen Tarif ausgefuehrt; nur muss man dann halt das Vielbettzimmer benutzen und die Versorgung sowohl mit Verbandstoff und Essen selber organisieren .
Das fuer heute!
Das Thema Krankenversicherung aber moechte ich so nicht abschliessen - und werde mich kundiger machen mit einem neuen Thaed melden.


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Schweizer, 65-jaehrig verheiratet mit einer Nicaraguense und gluecklich, als Fruehpensionaer im eigenen kleinen Paradies leben zu duerfen
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Beitrag Als Rentner in Nicaragua wohnen..... 
Hallo hanspeter

Dass ich Dich zum "Neuling" erklärt hatte, war so nicht gemeint. So weit war ich noch nicht im Internet vorgedrungen. Jetzt, da ich, Deinen Hinweisen folgend, in den Blogs gelesen habe, kenne ich Dich schon besser. Also, bitte, nimms nicht persönlich. Das war meine Reaktion auf den Aufruf an Alle im Forum, sich mit ihren Meinungen und Gedanken zu beteiligen.

Und ich weiss schon: Wann immer ich im nächsten Jahr kommen kann, will ich Dich unbedingt besuchen. Die Wirkung von Heilkräutern fasziniert mich immer. Pillen mag ich auch nicht so sehr, so kannst Du in mir auch einen künftigen Kunden sehen.

Wenn man neu in ein Land kommt, braucht man praktische Tips, von denen Du ja nun schon einige geliefert hast. Dafür bin ich sehr dankbar.

Die Preisbeispiele sind sehr aufschlussreich. Da lässt es sich ja noch gut leben mit einer schmalen deutschen Rente. Also kein Container, besser so.

Preise für ein normales Motorrad (oder Roller) würden mich schon mal interessieren - aber bitte ohne extra Mühe und Eile. Nur, wenn es gerade mal so passt.

Das Thema Krankenversicherung beschäftigt mich auch, in unserem Alter ist das nicht zu unterschätzen. Deine Philosophie ist herrlich, gefällt mir gut. Dennoch, vielleicht typisch deutsch, eine kleine Absicherung wäre mir schon ganz recht. Teuer dürfte das allerdings nicht werden, wenn es denn die Rente auffrisst.

Luis schrieb, dass die lokale Krankenversicherung günstig sei, ca. 100 $. Aber, gilt das auch, wenn man schon jenseits der 65 ist?

Andererseits hast du ja Recht, hanspeter. Lieber auf ein paar Jahre mit Qualen und Pillen pfeifen und so lange mit der Natur und ihren Kräutern vernünftig leben. Kürzlich hat ein armer Deutscher im Fernsehen so treffend gesagt: "Wenn schon scheisse, dann mit Sonne."

In diesem Sinne, bis bald. Fröhliche Grüsse!

ritter

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