nun, nachdem der Regengott "chaak" uns gnädig war - wir hatten nur ein paar kurze Regenschauer am Rio San Juan (vielen anderen Reisenden die wir später trafen, war "chaak" nicht so gnädig, da regnete es tagelang!) - brachen wir früh morgens auf, bei schönstem Sonnenschein, um möglichst bald in San Carlos zu sein, denn wir wollten den Vormittagsbus nach Juigalpa noch erreichen.
Kaum in San Carlos angekommen, hechteten wir zum Busbahnhof - doch die Mühe war umsonst, der frühe Bus war schon weg und der nächste ging erst in einer Stunde. So konnten wir das versäumte Frühstück nachholen, noch etwas Obst einkaufen und das Treiben rund um den Markt beobachten.
Schließlich ging es los, mit einer relativ "alten" Buscrew und einem ebensolchen Bus, und bereits nach kurzer Fahrt war uns klar, weshalb alle sagen, dass man für diese Fahrt (gibt es nur während der Trockenzeit) staub- und hitzeresistent sein sollte! Der Weg, ein Wort dafür zu finden ist relativ schwierig, denn ein Feldweg bei uns ist komfortabler, war in dermaßen erbärmlichen Zustand, dass der Bus für eine 15km - Strecke (das Anfangsstück) sage und schreibe über eine Stunde brauchte! Trotz allem - oder gerade wegen der Schaukelei - schlief ich ein und ein rechts-links-Schüttler warf mich aus dem Sitz in die Reihe gegenüber! Gerade noch rechtzeitig vor einem äußerst unangenehmen Aufprall am Eisengestänge der Sitzbank neben mir, fing mich meine Frau - die Frau vom Sitz hinter mir war auch schon am Eingreifen - auf! Der halbe Bus amüsierte sich über meinen kleinen Fauxpas und ich überlegte schon ob ich mich mit dem Gürtel an den Sitz binde!? Mittlerweile war der Bus innen genauso staubig wie die "Buckelpiste" draußen und uns wurde schon mulmig ob der weiteren 5Std. Busfahrt! Zwischenzeitlich starb bei einem Halt der Bus mal ab, und wir mussten ihn rückwärts den Berg hinunter anschieben.
Nach ungefähr 3 Std. Fahrt (man sollte also vor so einer Busfahrt nicht viel trinken) hielt der Bus an einer "Kneipe" an. Alle Nicas sprangen sofort in die Küche, um etwas essbares zu besorgen (typisch Nicas, zuerst was zum Essen holen, pinkeln kann man ja später noch...
Am nächsten Tag besuchten wir nach einem nicht sehr überzeugenden Frühstück in der "Casa de queso" das "Museo Arqueológico" mit teilweise skurrilen Ausstellungsstücken (Zyklopenbaby, zweiköpfiges Kalb, etc...), aber auch sehr schönen Pre-kolumbianischen Statuen und Tonfiguren.
Nachmittags ließen wir uns von einem Taxi in die Nähe von "El Salto" fahren, ein Polizist an der Straße war schließlich so freundlich und zeigte uns den Trampelpfad dorthin, um im Wasserfallbecken etwas abzukühlen und zu baden. So verbrachten wir den Nachmittag am Wasserfall, ruhten uns von der strapaziösen Busfahrt aus und schauten den "Chicos" bei ihren teils gewagten Sprüngen vom Wasserfall in die Tiefe zu, und den kleineren bei ihren Jumps - mit viel Spaß - von Felsvorsprüngen.
Am Abend gingen wir dann Steak essen im "La Embajada". "Die Botschaft" ist ganz einfach: es gibt hier riesige Steaks und nur das - frisch gegrillt, mariniert in einer Soße des Familienrezepts, im Hinterhof der "Mama" serviert! Sauguat und riesig!
Ansonsten fanden wir, dass Juigalpa wesentlich schöner und angenehmer ist, als oft landläufig behauptet wird, am schönsten sind übrigens die Ausblicke vom "Parque Palo Solo". Und fast hätte ich's noch vergessen - als wir das Museum verließen, sprach uns ein Nica in perfektem Deutsch an! Er sah unseren Eintrag im Museumsbuch und wollte sich dann mit uns noch eine Weile auf deutsch unterhalten - seine Kenntnisse hatte er aus der DDR, in der er bis nach dem Mauerfall an der Uni Leipzig tätig war (8Jahre lang)!
Das war zwar ein kurzer, aber intensiver Abschnitt,
hasta luego, arambigua


